Vielen Dank, dass ich einige Worte für den Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz RVDL sagen darf, anstelle von Dr. Heinen, dessen Vertreterin ich im Vorstand bin.
Der RVDL ist nicht nur der Träger dieser innovativen Ausstellung und Herausgeber des gleichnamigen Begleitbuchs zur Wanderausstellung, der RVDL erledigte auch die finanzielle Abwicklung, die Verwaltung, die Beantragung und den Abruf der Zuschüsse.
Es gibt aber noch eine Institution, nämlich die rheinland-pfälzische Stiftung für Kultur in deren Kuratorium ich seit Gründung der Stiftung als gewähltes Mitglied und stellvertretende Vorsitzende bin. Auch hier wurde über die Ausstellung positiv diskutiert.
Wer mehr über den 1906 gegründeten RVDL, der sich vor allem für unsere Denkmäler und unsere Umwelt stark macht, wissen will, über seine Aufgaben und Ziele, seine Aktivitäten, seine Leistungen für die Mitglieder des Vereins, den bitte ich herzlich diesen Prospekt mitzunehmen. Vielleicht werden Sie ja unser 6000tes Mitglied? Wirkungsraum dieses einflussreichen und sehr tatkräftigen renommierten Vereins umfasst vor allem die alte Rheinprovinz, zu der die Eifel gehörte, doch auch inzwischen das Saarland und Hessen-Nassau.
Wir publizieren jährlich mehr als 20 Zeitschriften, Kunst- und Landschaftsführer. Sie erfahren etwas über klassische Denkmäler, doch auch über bedrohte Stadt- oder Dorfbilder. Alle 3 Monate macht unsere Zeitschrift
auf kunsthistorische und naturkundliche Entwicklungen aufmerksam, aber auch auf bedrohte Denkmäler. Sie ist wissenschaftlich anspruchsvoll und trotzdem sehr bürgernah und verständlich.
Doch nun zur einfach hinreißend schönen, witzigen, lehrreichen, amüsanten ganz einfach wunderbaren Ausstellung bei der einer gebürtige Eiflerin, eines Kriegsjahrgangs einfach das Herz aufgeht.
Ich hatte zwar einiges über dieses Projekt „Essenszeiten" gehört, sei es im Vorstand des Rheinischen Vereins oder im Kuratorium der Kulturstiftung wurde darüber gesprochen doch
das Ergebnis hat alle Erwartungen übertroffen. Man sieht und spürt es - hier war ein außergewöhnlich geschickter und phantasievoller Ausstellungskünstler am Werk:
Markus Zimmer-Berberich, der auch für das gekonnte Lay-out des Katalogs verantwortlich ist.
Zentrum der Ausstellung ist der große Tisch in der Mitte mit 23 ausgewählten Eifeler Charakteren aus verschiedenen Zeiten und Schichten.
Essen und Trinken zwischen Bio und Design
zwischen gestern und heute
zwischen Kargheit/Armut und ÜbeflussLuxus..
Der Tisch erinnerte mich an einen 12 Meter langen Tisch im Nahrungsmittelpavillon der Schweizer Expo auf der Arteplage Neufchatel, wo die Besucher aus allen Ländern, Altersklassen und Schichten ihr Picknick verzehrend zusammen um einen verbindenden riesigen Esstisch unter freiem Himmel saßen.
Jede dieser Figuren hat ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Zeitfenster. Aufregend ist der Gegensatz zwischen den weißen, abstrakt wirkenden Pappmaschefiguren und ihren der jeweiligen Zeit entsprechenden Kleidungsstücken und Accessoires. Künstlerisch erinnern mich die Gipsfiguren an die des Amerikanischen Bildhauers George Segal ( Mann am Tisch 1960).
Wer mehr wissen will über dieses spannende Thema, dem empfehle ich wärmstens das Begleitbuch zur Ausstellung. Es ist faszinierend und auf jeder Seite fühlt man sich in seinem Gedächtnis, seinen Erinnerungen bestätigt. Ja so eben war es. Genauso.
Doch wie karg, wie einfach, ja eintönig war der Speisezettel unserer Ahnen oder nach dem Krieg. Der Speisezettel beruhte auf wenigen Grundnahrungsmitteln, Hafer und Hirse, Dinkel und Gerste, Kraut und Rüben, Bohnen und Bier und nur Sonntags ein Stück Fleisch.
Interessant auch der Siegeszug der Kartoffel, de Krumperen in Italien Taratophili genannt, d as kommt von dem Wort Trüffel. Der Siegeszug der Kartoffel, die um1720 über Brabant und den Rhein in die Eifel kam, hängt damit zusammen, dass man keinen Zehnten dafür zunächst zahlen musste. Doch schon 1737 wurde man im Trierer Erzstift hellhörig und verhängte auch einen Zehnten auf die Grumperen.
Es war wirklich karg das Essen. doch war das so tragisch? Hebt die Tatsache, dass man in den meisten Fällen doch gemeinsam mit der ganzen Großfamilie um einen Tisch saß (ohne Fernseher im Hintergrund) , mit mehreren Geschwistern, Tanten und Onkeln die Kargheit des Essens nicht auf? Man aß miteinander, man teilte miteinander, am Esstisch erzogen die älteren Geschwister die Jüngeren, man hatte zu essen was auf den Tisch kam. War das alles so schlecht für die Erziehung meiner Generation?
Dem Projekt Team und Autoren des Katalogs Bernd Blumenthal, Margitta Breuel, Josef Ferber, Burkhardt Kaufmann, Markus Krause und Klaus Ring sei herzlich gedankt, für diesen spannenden Spaziergang durch 100 Jahre Kulturgeschichte der Essgewohnheiten in der Eifel.
Lassen Sie sich begeistern von den einzelnen im Kontrast so lebendigen Themen
wie Buttercreme (heute) statt GrießmehlsToart Süßes im Überfluss(heute) statt Hungersnot, oder Stärkung am Feldrand (damals) und von allem nur das Beste( heute).
Zum Abschluss wünsche ich der Ausstellung und Ihren Machern einen großen Erfolg- der bei so viel Esprit und innovativen Ideen nicht ausbleiben wird.
Ich hoffe sehr, dass viele Schulklassen diese Ausstellung besuchen werden und die Lehrer die Chance nutzen hier Eifeler Kulturgeschichte der letzten 100 Jahre lebendig zu vermitteln.